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Die Sintflut und das Gilgamesch-EposEine Legende von einem alten König erinnert uns an den biblischen NoahDas Gilgamesch-Epos hat viele Ähnlichkeiten mit dem Bericht von der Sintflut. Diese Ähnlichkeiten stammen von seiner Nähe zum realen Ereignis. Jedoch gibt es auch ganz bedeutende Unterschiede. Alles in dem Epos, von der massigen Vielgötterei bis zur absurden würfelförmigen Arche, lässt erkennen, dass der Original-Bericht in der Genesis steht, während das Gilgamesch-Epos nur eine Verzerrung ist. Kaum etwas aus der Bibel ist so viel angegriffen worden wie Gottes katastrophisches Gericht über die Erde durch die Sintflut. Die Angriffe begannen mit dem schottischen Arzt James Hutton (1726–1797), der 1785 verkündete, bevor er Beweise prüfte: „… die Vergangenheit unserer Erde muss erklärt werden durch das, was heute in der Gegenwart geschieht… keine Kräfte sollen einbezogen werden, die nicht natürlichen Ursprungs sind und keine Mechanismen sollen anerkannt werden außer denen, deren Prinzip wir kennen“ [Hervorhebung eingefügt].1 Das war nicht direkt eine Verleugnung der biblischen Lehren der Schöpfung und der Sintflut, aber eine arrogante Zurückweisung, um sie als mögliche Erklärungen auszuschließen, so wie die Zweifler in 2. Petrus 3 es vorhersagten. Die Zweifel an der Sintflut sind so selbstverständlich geworden, dass sogar viele angeblich christliche Schulen die Sintflut nicht als reales Ereignis lehren. Aber Jesus lehrte, dass die Sintflut reale Geschichte ist, genau so real wie sein zweites Kommen in der Zukunft: „Und wie es geschah zu Zeiten Noahs, so wird’s auch geschehen in den Tagen des Menschensohns: sie aßen, sie tranken , sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und sie alle umbrachte“ (Lukas 17,26–27). In diesem Vers spricht Jesus klar von Noah, der sein Vorfahr war (Lukas 3,36), als realer Person, von der Arche als realem Schiff und von der Sintflut als realem Ereignis. So verneinen denn auch jene, die eine breite konservative theologische Richtung vertreten, die Flut nicht vollständig, sondern sie halten sie nur für ein lokales Ereignis, das in Mesepotamien, dem heutigen Irak, stattgefunden hat.2 Die Freidenker, die sich nicht um die Worte von Jesus kümmern, gehen sogar noch weiter. Einer ganz üblichen Ansicht zufolge ist die biblische Geschichte der Sintflut überhaupt nicht historisch, sondern wurde abgeschrieben von Flut-Legenden aus Mesepotamien. Das Gilgamesch-EposDer Archäologe Austen Henry Layard und seine Mitarbeiter gruben 1853 die Palastbibliothek von Ninive, der alten assyrischen Hauptstadt, aus. Unter ihren Funden waren 12 Tafeln mit einem großen Epos. Die Tafeln stammten etwa aus dem Jahre 650 vor Christus, aber das Gedicht war viel älter. Der Held Gilgamesch war, dem sumerischen Königs-Verzeichnis3 zufolge, ein König der ersten Dynastie von Uruk und regierte 126 Jahre.4 Nach der Legende ist Gilgamesch zu zwei Dritteln göttlich und zu einem Drittel sterblich. Er hat eine enorme Intelligenz und ist sehr stark, aber er unterdrückt sein Volk. Das Volk ruft die Götter um Hilfe, und der Himmelsgott Anu, der oberste der Götter, erschafft einen wilden Mann mit großer Stärke, mit Namen Enkidu, der sich mit Gilgamesch messen kann. Schließlich kämpfen die beiden, aber keiner kann gewinnen. Aus ihrer Feindschaft wird gegenseitiger Respekt und dann treue Freundschaft. Die beiden neuen Freunde bestehen zusammen viele Abenteuer, aber dann töten die Götter den Enkidu. Gilgamesch betrauert seinen Freund sehr und es wird ihm klar, dass auch er einmal sterben muss. Jedoch dann hört er von Einem, der unsterblich wurde, von Utnapishtim, dem Überlebenden einer großen Flut. Gilgamesch fährt über das Meer, um Utnapishtim zu finden und der erzählt ihm sein ungewöhnliches Leben. Die Flut des GilgameschIn Wirklichkeit war es die Flut des Utnapishtim, von der auf der elften Tafel erzählt wird. Der Rat der Götter entschied, die ganze Erde unter Wasser zu setzen, um die Menschheit zu vernichten. Aber Ea, der Gott, der die Menschen schuf, warnte Utnapishtim aus Shuruppak, einer Stadt an den Ufern des Euphrat, und leitete ihn an, ein riesengroßes Boot zu bauen. „O Mann aus Shuruppak, Sohn von Ubartutu, reiße das Haus ein und baue ein Boot! Entsage dem Reichtum und suche Lebewesen! Verschmähe deine Besitztümer und pass’ auf, dass die Lebewesen am Leben bleiben! Sieh zu, dass alle Lebewesen sich ins Boot begeben. Die Maße von dem Boot, das du bauen sollst, müssen genau zueinander passen. Seine Länge muss mit seiner Breite übereinstimmen.“5 Utnapishtim gehorchte. „Ein ganzes Feld (acre) war ihre Grundfläche, zehn Dutzend Ellen (etwa 51 m) die Höhe jeder Wand, und zehn Dutzend Ellen jede Kante von der quadratischen Decke. Ich legte die Seiten aus und baute das Boot zusammen. Ich zog sechs Zwischenböden ein und teilte es so in sieben Teile.“6 Utnapishtim dichtete seine Arche mit Pech ab7 und nahm alle Sorten von Wirbeltieren, seine Familienangehörigen und einige andere Menschen mit ins Boot. Shamash, der Sonnengott, überschüttete die Arche mit Brotlaiben und ließ es Weizen regnen. Dann kam die Flut so übermächtig, dass sich folgendes ereignete:
„Die Götter bekamen Angst und zogen sich zurück in den Himmel von Anu. Sie kauerten sich wie kleine Hunde zusammen und duckten sich am äußeren Rand. Ishtar schrie wie eine Frau in den Wehen und die Göttin mit der süßen Stimme jammerte: ‘Ach, leider sind die alten Tage zu Staub zerfallen, weil ich schlimme Dinge sagte im Rat der Götter! Wie konnte ich bloß schlimme Dinge sagen im Rat der Götter und damit eine Katastrophe heraufbeschwören, die mein Volk vernichtet! Kaum hatte ich mein Volk ins Leben gerufen, da füllte es schon das Meer wie die vielen Fische!“
Die Götter, jene von den Anunnaki, weinten mit ihr, sie saßen niedergeschlagen da
und jammerten und schluchzten vor Kummer, ihre Lippen brannten und sie verschmachteten
vor Durst.5 Aber die Flut war relativ
kurz: “Sechs Tage und sieben Nächte kamen Wind und Flut, und ein Sturm fegte
über das Land. Als der siebente Tag anbrach, war der Sturm ganz gewaltig und die
Flut kämpfte wie im Krieg - sie kämpfte mit sich selber, so wie sich eine Frau in
den Wehen windet.“5 Dann setzte
die Arche auf dem Berg Nisir (oder Nimush) auf, der ungefähr
„Die Götter nahmen den Geruch wahr, den lieblichen Geruch, und versammelten sich wie die Fliegen über dem Opferfleisch. “ Dann sah Enlil die Arche und war erregt, dass einige Menschen überlebt hatten. Aber Ea wies Enlil hart zurecht wegen der Ausrottung der Menschen durch die Flut. Daraufhin schenkte Enlil dem Utnapishtim und seiner Frau die Unsterblichkeit und wies ihnen einen Wohnort an der Mündung der Flüsse zu. Hier fand ihn Gilgamesch und hörte die bemerkenswerte Geschichte. Zuerst prüfte Utnapishtim, ob Gilgamesh würdig war, unsterblich zu werden, indem er ihn sieben Nächte nicht schlafen ließ. Aber Gilgamesch war zu erschöpft und schlief ein. Utnapishtim bat seine Frau, jeden Tag einen Laib Brot zu backen und ihn jeden Tag neben den schlafenden Gilgamesch zu legen. Als Gilgamesch aufwachte, dachte er, er hätte nur einen Moment geschlafen. Aber Utnapishtim zeigte Gilgamesch die Brotlaibe in verschiedenen Frischezuständen, die zeigten, dass er tagelang geschlafen hatte. Gilgamesch jammerte wieder über seinen sicher bevorstehenden Tod und Utnapishtim hatte Mitleid mit ihm. So enthüllte er ihm, wo er eine Pflanze der Unsterblichkeit finden könne. Es war eine Dornenpflanze im Bereich von Apsu, dem Gott der unterirdischen süßen Wasser. Gilgamesch erschloss einen Weg zu Apsu, band sich schwere Steine an seinen Fußknöchel, sank tief hinunter und ergriff die Pflanze. Obgleich ihn die Pflanze stach, schnitt er sich die Steine ab und begab sich auf den Weg nach oben. Unglücklicherweise badete Gilgamesch unterwegs in einer kalten Quelle und eine Schlange trug die Pflanze weg. Gilgamesch weinte bitterlich, weil er nicht mehr zu den unterirdischen Wassern zurückkehren konnte.
Was kam zuerst?Wir können der Tabelle viele Ähnlichkeiten entnehmen, die auf eine gemeinsame Quelle hinweisen. Aber es gibt auch bedeutende Unterschiede. So ist das Aussenden der Vögel in Noahs Bericht sinnvoll. Er wusste, dass die Nicht-Rückkehr von einem Aasfresser wie dem Raben nichts bedeutete, während Utnapishtim den Raben zuletzt aussandte. Noah wusste auch, dass es sinnvoller sei, eine Taube auszusenden; als die Taube mit einem frischen Olivenzweig zurückkehrte, wusste er, dass die Wasser abgelaufen waren. Und als sie eine Woche später nicht zurückkehrte, war er sicher, dass sie einen guten Platz zum Leben gefunden hatte. Feinde des bibeltreuen Christentums behaupten, dass der biblische Bericht vom Gilgamesch-Epos abgeschrieben wurde. Da können Nachfolger von Christus nicht zustimmen. Deshalb ist es in Übereinstimmung mit der Lehre des Apostels Paulus im 2. Korinther 10,5 wichtig, diese Auffassung zu widerlegen. Der Bericht in der Genesis ist älterEs ist sinnvoller, den Genesis-Bericht als Original und die heidnischen Mythen als Verzerrungen dieses Berichtes anzusehen. Obgleich Mose lange nach der Sintflut lebte, hat er doch viel ältere Quellen aufgeführt.9 So gibt es tatsächlich Anweisungen wie in Genesis 10,19: „…in der Richtung auf Sodom, Gomorra und Adma und Zebojim…“ Das waren die Städte in der Ebene, die Gott 500 Jahre vor Moses wegen ihrer extremen Bosheit zerstörte. Aber die Genesis gibt Hinweise aus einer Zeit, als sie gut bekannte Geländepunkte waren, die nicht unter dem Toten Meer lagen. Es ist üblich, Legenden aus historischen Ereignissen zu machen, aber nicht historische Ereignisse aus Legenden. Die Freidenker behaupten gewöhnlich, dass der Monotheismus eine späte evolutionäre Entwicklung in den Religionen sei. Die Bibel lehrt jedoch, dass die Menschheit ursprünglich monotheistisch war. Nach archäologischen Hinweisen kann man dasselbe vermuten; sie zeigen an, dass die Menschheit später degenerierte und dem Pantheismus leidenschaftlich ergeben war.10 So ist zum Beispiel in Genesis 6,3 Gottes Richterspruch gerecht, er ist 120 Jahre lang geduldig mit der Menschheit 11, ist dem Noah gnädig und herrscht souverän. Andererseits sind die Götter im Gilgamesch-Epos launisch und streitsüchtig, erzittern vor der Flut und verhungern ohne die Menschen, die sie mit Opfern ernähren. So änderten wohl die menschlichen Schreiber des Gilgamesch-Epos den wahren Bericht und machten sich ihre Götter nach ihrem eigenen Bild. Die ganze Gilgamesch-Abstammungstheorie hat ihre Wurzeln in der umstrittenen Vierquellentheorie (Documentary Hypothesis).9 Sie besagt, dass der Pentateuch im 6. Jahrhundert vor Christus im Babylonischen Exil durch Priester geschrieben wurde. Dafür gibt es keine Hinweise, aber alles deutet darauf hin, dass er für Leute geschrieben wurde, die gerade aus Ägypten kamen. Die europäischen Erfinder der Vierquellentheorie (Documentary Hypothesis), wie Julius Wellhausen, machen geltend, dass die Schrift zu Zeiten des Mose noch nicht erfunden war. Aber viele archäologische Entdeckungen von alten Schriften zeigen, dass das eine spaßige Aussage ist. (Anmerkung des Übersetzers: Bilder von Gilgamesch, zylindrischen Steinsiegeln, der Ausgrabungsstätte des alten Uruk, einer zerbrochenen Steintafel und eines alten Wappens befinden sich in der Originalarbeit). Quellenangaben und Anmerkungen
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